Wenn sich der Bluescht in Mostindien dem Ende zuneigt und die Rapsfelder von gelb auf grün wechseln, steht der Sommer vor der Tür. Der Frühling ist meiner Meinung nach am schönsten in der Bodenseeregion, doch der Sommer erstrahlt auf den Alpen in seiner vollen Pracht. Von Ende Mai bis im Juli darf ich meinen vierten Alpsommer erleben und Sie einmal mehr mit dem Alptagebuch mitnehmen. Aufgrund der kürzeren Alpzeit erhalten Sie wöchentlich einen Einblick in die kleinen Glücksmomente, die grossen Herausforderungen und den Alltag zwischen Himmel und Erde.
Mein Name ist Beata Schönenberger, ich bin 23 Jahre alt und als jüngstes von fünf Kindern auf einem Bauernhof neben dem Wasserschloss Hagenwil in Amriswil aufgewachsen. Ich bin also als typisches Thurgauer Bauernmädchen zwischen Obstbäumen und Kühen gross geworden. Nach meinen ersten beiden Alpsommern im Muotathal auf der Alp Planggstock und im Unteren Roggenloch und vergangenes Jahr auf der Räbalp im Kanton Luzern, zieht es mich dieses Jahr ins Urnerland. Während sechs bis acht Wochen werde ich das Älplerpaar Hans und Moni auf der Alp Steinäbnet unterstützen. Die Alp hat rund 20 Stösse und es wird während meiner Alpzeit für den Eigengebrauch und die Direktvermarktung gekäst. Gegen Ende des Sommers wird die Milch in die Gemeinschaftskäserei der Region abgeliefert, was die Milchmenge für den dortigen Käser über den Sommer hinweg konstant hält. Entsprechend bin ich nur während der Anfangszeit auf der Alp und das Älplerpaar bewirtschaftet diese bis im September alleine.
