Marlene und Marc Nyffenegger haben in der Verarbeitung von Getreide und Leguminosen für die menschliche Ernährung Fuss gefasst. Am 31. Mai laden sie zum Tag der offenen Tür ein, wo sie ihre neue Spezialmühle zeigen und Einblick in die Betriebsabläufe geben.
Zwischen Weiningen und Herdern befindet sich der Betrieb Tiefenmühle, fast ein bisschen «ab von der Welt». Eine schmale, geteerte Strasse führt zum Zuhause von Marlene und Marc Nyffenegger. Der Weg führt vorbei an frisch bepflanzten Feldern, auf einem wächst Speisehanf. «Wir haben ihn letzte Woche gesät», erzählt Marlene Nyffenegger stolz. Sie bauen das zweite Jahr Speisehanf an. Die Kultur ist der eigentliche Grund, weshalb Nyffeneggers den Landwirtschaftsbetrieb mit Verarbeitung in der Tiefenmühle voll und ganz reaktivierten. Marc Nyffenegger (37) ist gelernter Müller. «Es war immer mein Wunsch, in diesem Beruf selbstständig zu sein», erzählt er. Dann eröffneten sich dem Ehepaar unerwartet neue Wege. Die Alpenpionier AG aus Graubünden, die Speisehanf als Lebensmittel in der Schweiz etablierte, löste sich auf und suchte einen Abnehmer für die bestehende Kundschaft, die Maschinen und bestenfalls auch für die Marke «Alpenpionier». «Ich hatte verschiedene Kontakte vermittelt», erinnert sich Marc Nyffenegger. Plötzlich sei die Idee entstanden, sich selber zu bewerben. «Wir sahen die Chance, als kleines Bauerngewerbe zu starten und einen spezialisierten Betriebszweig aufzubauen», sagt Marlene Nyffenegger (34). «Wir hätten nie damit gerechnet, dass wir von Alpenpionier den Zuschlag erhalten und freuten uns umso mehr, als es klappte», sagen die Eltern eines kleinen Sohnes. «Ohne diese Chance, ein ganzes ‹Päckli› mit Maschinen, bestehender Kundschaft, Inventar und einer bekannten Marke zu übernehmen, hätten wir den Mut wahrscheinlich nicht gehabt.»
Text: Stefanie Giger
