Die Thurgauer Regierung lehnt die Motion «Regulierung des Kormorans» ab. Die gesetzlichen Handlungsmöglichkeiten würden vollständig ausgeschöpft. Das sehen die Betroffenen anders. Berufsfischer Reto Leuch kritisiert den fehlenden Willen der Regierung für pragmatische Lösungsansätze.
Die grossen Kormoranbestände haben für die Berufsfischerei existenzielle Folgen. Der gesamtschweizerische Fangertrag ging zwischen den Jahren 2000 und 2024 um 1000 Tonnen/Jahr zurück (Rückgang um 50 %). In der gleichen Zeitspanne hat der Kormoran die von ihm entnommene Fischbiomasse um 1000 Tonnen erhöht.
Reto Leuch und seine Thurgauer Berufskollegen kritisieren, dass in der Kormoran/Fischerei-Problematik in der Verwaltung niemand zuständig sei und sich niemand mit dem Vogelschutz anlegen wolle. «Der Antrag des Regierungsrates, die Motion für nicht erheblich zu erklären, dient nur dazu, das gewünschte und beabsichtigte Nichtstun zu rechtfertigen», sagt Leuch.
Text : Stefanie Giger
